Förderung für Nachhaltigkeitsberatung: Programme, Quoten, Fristen
Fördermittel 2026

Förderung für Nachhaltigkeitsberatung: Programme, Quoten, Fristen

Eine Förderung für Nachhaltigkeitsberatung gibt es nicht als ein einzelnes Programm, sondern als Baukasten aus Bundes- und Landesrichtlinien mit Zuschüssen zwischen 50 und 80 Prozent. Welche davon für Sie gilt, hängt von Unternehmensgröße, Rechtsform, Standort und Thema ab. Hier finden Sie alle relevanten Programme mit Quoten, Obergrenzen und Fristen, einen Entscheidungsweg und den Ablauf des Antrags – Stand November 2026.

Zuschuss für KMU in Ostdeutschland
bis 80 %
max. Zuschuss EEW-Transformationskonzept
80.000 €
Antragsende BAFA und EBN laut Richtlinie
31.12.2026

Nachhaltigkeitsberatung Förderung: alle Programme im Überblick

Die Tabelle fasst die Programme zusammen, die wir für Mandanten in Mitteldeutschland, Berlin und Baden-Württemberg am häufigsten nutzen. Sie ersetzt nicht die Prüfung im Einzelfall: Alle Programme stehen unter Haushaltsvorbehalt, einen Rechtsanspruch gibt es nicht, und fast überall gilt, dass vor Bewilligung oder Antragstellung nicht mit der Beratung begonnen werden darf.

Förderprogramme für Nachhaltigkeitsberatung, Stand November 2026 (Angaben ohne Gewähr, vor Antrag prüfen)
ProgrammWerWasZuschussObergrenze
BAFA „Förderung von Unternehmensberatungen für KMU“KMU; keine gemeinnützigen Unternehmen, Vereine, StiftungenBeratung zu Strategie, Organisation, auch Nachhaltigkeit80 % in Ostdeutschland ohne Berlin und Region Leipzig, sonst 50 %3.500 € Bemessungsgrundlage je Beratung (max. 2.800 €)
INQA-Coaching (BMAS)KMU unter 250 Beschäftigten, mind. 2 Jahre am MarktPersonal, Arbeitsorganisation, Gesundheit, Transformation80 %12 Tage à max. 1.200 €
EBN – Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme (BAFA)Unternehmen, Kommunen, gemeinnützige OrganisationenEnergieaudit DIN EN 16247, Energieberatung DIN V 18599, Contracting-Orientierung50 %Audit bis 3.000 € (600 € bei < 10.000 € Energiekosten), DIN V 18599 bis 4.000 €
EEW Modul 5 – TransformationskonzepteUnternehmenTHG-Bilanz Scope 1+2, Reduktionspfad, Maßnahmenplan60 % KMU, 50 % Nicht-KMU80.000 € je Konzept und Standort
Kommunalrichtlinie (NKI)Kommunen, gemeinnützige Vereine, Träger von Kitas, Schulen, JugendhilfeBeratung, Klimaschutzkonzept, Klimaschutzmanagementbis 70 %, finanzschwache Kommunen bis 90 %Mindestzuwendung 10.000 € je Antrag
Thüringer Beratungsrichtlinie (TAB)KMU in ThüringenIntensivberatung, u. a. Nachhaltigkeit und Klimaanpassung50 % des Satzes von 950 € je Tagwerki. d. R. bis 20 Tagwerke, mind. 6
„Unternehmen machen Klimaschutz“ (Baden-Württemberg)Unternehmen in BW, keine KleingewerbetreibendenTHG-Bilanz, Transformations-Roadmap, Planung75 %900 € je Personentag, 2–5 Tage je Teil

Bundesprogramme für die Förderung von Nachhaltigkeitsberatung

BAFA-Beratungsförderung für KMU

Das BAFA-Programm ist der Standardweg für kleine und mittlere Unternehmen. Gefördert werden Beratungen zu wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen – Nachhaltigkeitsstrategie, VSME-Einstieg oder Vorbereitung auf Kundenanfragen fallen darunter. Die förderfähigen Kosten sind auf 3.500 Euro je Beratung gedeckelt. In den ostdeutschen Ländern beträgt der Zuschuss 80 Prozent, ausgenommen Berlin und die Region Leipzig, wo wie im Westen 50 Prozent gelten. Pro Unternehmen sind höchstens zwei Beratungen pro Jahr möglich. Der Berater muss beim BAFA registriert sein; wetando ist dort gelistet. Gemeinnützige Unternehmen, Vereine und Stiftungen sind ausgeschlossen.

INQA-Coaching: Förderung für die soziale Seite der Nachhaltigkeit

Das INQA-Coaching des Bundesarbeitsministeriums ist kein Umweltprogramm, deckt aber das „S“ in ESG ab: Arbeitsorganisation, Gesundheit, Fachkräftebindung, Führung und die Begleitung von Veränderungsprozessen. Gefördert werden bis zu zwölf Beratungstage mit 80 Prozent, der Tagessatz darf höchstens 1.200 Euro netto betragen; der Eigenanteil liegt damit bei maximal 2.880 Euro. Der Zugang führt über eine regionale INQA-Beratungsstelle, die einen Coaching-Scheck ausstellt. Die Förderrichtlinie ist nach derzeitigem Stand bis Ende 2027 befristet. wetando ist als INQA-Coach autorisiert.

EBN: Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme

Die EBN bezuschusst 50 Prozent einer Energieberatung durch Experten der Energieeffizienz-Expertenliste. Für Unternehmen ist sie meist der günstigste Weg zu belastbaren Verbrauchsdaten, die später in die CO₂-Bilanzierung einfließen. Anders als die BAFA-Beratungsförderung steht die EBN auch Kommunen und gemeinnützigen Organisationen offen. Die Richtlinie ist bis 31.12.2026 befristet; die Beratung muss innerhalb von zwölf Monaten nach Bescheid abgeschlossen sein.

EEW Modul 5: Transformationskonzepte

Modul 5 der Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft ist das stärkste Programm für strategische Klimaarbeit. Gefördert wird ein Konzept mit Treibhausgasbilanz nach GHG Protocol oder ISO 14064-1 (Scope 1 und 2 Pflicht, Scope 3 optional), einem Reduktionsziel von mindestens 40 Prozent in zehn Jahren und mindestens einem Einsparkonzept für eine Investition. KMU erhalten 60 Prozent, größere Unternehmen 50 Prozent, höchstens 80.000 Euro je Konzept und Standort. Nur externe Leistungen sind förderfähig. Inhaltlich deckt sich das Ergebnis weitgehend mit einer Nachhaltigkeitsstrategie mit Klimafokus.

Landesprogramme: Förderung in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin und Baden-Württemberg

Landesprogramme ergänzen den Bund oder ersetzen ihn, wenn sie mehr Beratungstage zulassen. Die Konditionen ändern sich häufiger als bei Bundesprogrammen; prüfen Sie vor Antrag den aktuellen Stand bei der jeweiligen Förderbank.

  • Sachsen: Für Beratung gilt in der Regel die BAFA-Förderung mit 80 Prozent – außer in der Region Leipzig mit 50 Prozent. Die Mittelstandsrichtlinie der Sächsischen Aufbaubank (SAB) kennt zusätzlich Bausteine für Betriebsberatung sowie Energie- und Umweltmanagementsysteme; ob die Bausteine aktuell geöffnet sind, klären wir vor Antrag mit der SAB. Für Investitionen kommt die Förderrichtlinie „Energie und Klima“ in Betracht.
  • Sachsen-Anhalt: Beratung über BAFA (80 Prozent) und EBN. Für Investitionen bietet „Sachsen-Anhalt ENERGIE“ der Investitionsbank Zuschüsse von bis zu 50 Prozent für kleine, 35 Prozent für mittlere und 20 Prozent für große Unternehmen; Voraussetzung ist eine Expertenanalyse der Einsparpotenziale. Die Richtlinien laufen bis 30.06.2027 (AGVO) bzw. 31.12.2028 (De-minimis).
  • Thüringen: Die Beratungsrichtlinie der Thüringer Aufbaubank nennt „Nachhaltigkeit und Anpassung an den Klimawandel“ ausdrücklich als Thema. Gefördert werden 50 Prozent eines Standardsatzes von 950 Euro je Tagwerk, mindestens sechs und in der Regel bis zu 20 Tagwerke; eine Qualitätssicherungsstelle muss eingebunden werden. Die Richtlinie gilt bis 31.12.2029 und ist damit derzeit verlässlicher als die BAFA-Förderung.
  • Berlin: Berliner KMU erhalten über das BAFA 50 Prozent. Das frühere Programm Coaching BONUS der Investitionsbank Berlin wird nicht mehr angeboten. Für Klimaschutzinvestitionen lohnt der Blick auf die Programme der IBB und das Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung (BENE 2).
  • Baden-Württemberg: Das Programm „Unternehmen machen Klimaschutz“ fördert externe Beratung zu THG-Bilanz und Transformations-Roadmap mit 75 Prozent, höchstens 900 Euro je Personentag und zwei bis fünf Tagen je Teil. Die Verwaltungsvorschrift gilt bis 31.12.2027, Maßnahmen müssen bis 30.09.2027 abgeschlossen sein.

Förderung für Kommunen, Vereine und soziale Träger

Gemeinnützige Organisationen fallen durch das Raster der BAFA-Beratungsförderung. Ihr wichtigstes Instrument ist die Kommunalrichtlinie der Nationalen Klimaschutzinitiative. Antragsberechtigt sind Kommunen und ihre Betriebe, Unternehmen mit mindestens 25 Prozent kommunaler Beteiligung, gemeinnützige Vereine sowie öffentliche und gemeinnützige Träger von Kitas, Schulen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Gefördert werden Beratungsleistungen, Klimaschutzkonzepte und Klimaschutzmanagement mit bis zu 70 Prozent (finanzschwache Kommunen bis 90 Prozent); Anschlussvorhaben erhalten weniger. Anträge sind ganzjährig über easy-Online möglich, die Mindestzuwendung beträgt grundsätzlich 10.000 Euro.

Für Wohlfahrtsverbände und Kita-Träger kombinieren wir die Kommunalrichtlinie meist mit der EBN für Gebäude. Welche Programme für Einrichtungen der Sozialwirtschaft zusätzlich in Frage kommen, steht auf der Seite Förderung Klimaschutz soziale Einrichtungen. Branchenspezifische Übersichten gibt es außerdem zur Förderung Krematorium, zu Förderprogramme Weinbau und zu Fördermittel Energieeffizienz Maschinenbau.

Welche Förderung für Nachhaltigkeitsberatung passt? Entscheidungsweg

Mit fünf Fragen grenzen Sie die passenden Programme ein. Gehen Sie sie der Reihe nach durch; meist bleiben zwei Programme übrig, die sich nacheinander nutzen lassen.

  1. 01

    Sind Sie Kommune, Verein, Stiftung oder gemeinnütziger Träger?

    Ja: Kommunalrichtlinie für Beratung und Klimaschutzkonzept, EBN für Gebäude. BAFA und INQA scheiden in der Regel aus. Nein: weiter mit Frage 2.

  2. 02

    Erfüllen Sie die KMU-Definition (unter 250 Beschäftigte, max. 50 Mio. € Umsatz oder 43 Mio. € Bilanzsumme)?

    Nein: EEW Modul 5 und EBN stehen auch großen Unternehmen offen, ebenso das BW-Programm. Ja: weiter mit Frage 3.

  3. 03

    Geht es um Klima, Energie und Investitionen?

    Ja: Bei kleinem Umfang EBN-Energieaudit, bei strategischem Anspruch EEW Modul 5 mit THG-Bilanz und Reduktionspfad. Danach Investitionen über EEW Modul 4 oder Landesprogramme.

  4. 04

    Geht es um Strategie, Bericht, Kundenanfragen oder Personal?

    Strategie, VSME-Bericht, EcoVadis-Vorbereitung: BAFA oder Landesrichtlinie. Arbeitsbedingungen, Führung, Fachkräfte: INQA-Coaching.

  5. 05

    Liegt Ihr Standort in Thüringen oder Baden-Württemberg?

    Dann prüfen Sie zuerst das Landesprogramm: Es erlaubt mehr Beratungstage als die BAFA-Förderung und läuft länger.

Kurzfassung: wer was bekommt
OrganisationErste WahlErgänzend
KMU in Sachsen (außer Region Leipzig), Sachsen-Anhalt, ThüringenBAFA 80 % oder TAB-Richtlinie (TH)EBN, EEW Modul 5, INQA
KMU in Leipzig, Berlin, WestdeutschlandBAFA 50 %; in BW Landesprogramm 75 %EBN, EEW Modul 5, INQA
Unternehmen ab 250 BeschäftigtenEEW Modul 5EBN, BW-Programm
Vereine, Stiftungen, gemeinnützige TrägerKommunalrichtlinieEBN
Kommunen, Zweckverbände, kommunale UnternehmenKommunalrichtlinieEBN, Landesprogramme

Fristen, Kombinierbarkeit und Ablauf des Förderantrags

Die wichtigste Regel gilt für alle Programme: Der Antrag kommt vor dem Vertrag. Wer die Beratung beauftragt oder beginnt, bevor die Bewilligung beziehungsweise der Coaching-Scheck vorliegt, verliert den Anspruch. Ein unverbindliches Angebot und ein Erstgespräch sind dagegen unschädlich.

Fristen und Laufzeiten der Richtlinien, Stand November 2026
ProgrammAntragLaufzeit laut Richtlinie
BAFA KMU-Beratungvor BeratungsbeginnAnträge bis 31.12.2026; Anschluss offen
EBNvor Beratungsbeginnbis 31.12.2026; Anschluss offen
INQA-CoachingScheck vor Coaching, Coaching bis 7 Monatenach derzeitigem Stand bis Ende 2027
EEW Modul 5vor Auftragsvergabelaufend, unter Haushaltsvorbehalt
Kommunalrichtlinieganzjährig über easy-OnlineFassung vom 10.10.2024
Thüringer Beratungsrichtlinieonline vor Beginnbis 31.12.2029
„Unternehmen machen Klimaschutz“ BWvor Beginnbis 31.12.2027, Abschluss bis 30.09.2027

Was nach dem 31.12.2026 gilt, ist offen

Die BAFA-Beratungsförderung und die EBN sind laut ihren Richtlinien bis Ende 2026 befristet. Eine Nachfolgeregelung war bei Redaktionsschluss nicht veröffentlicht. Es kann eine Verlängerung, ein Nachfolgeprogramm mit anderen Konditionen oder eine Lücke geben. Wer eine Beratung für Anfang 2027 plant, sollte den Antrag deshalb nach Möglichkeit noch 2026 stellen. Wir aktualisieren diese Seite, sobald es verbindliche Informationen gibt.

Zur Kombinierbarkeit: Dieselben Kosten dürfen nie doppelt gefördert werden. Unterschiedliche Leistungen aus verschiedenen Programmen sind aber möglich und oft sinnvoll – etwa eine BAFA-geförderte Strategieberatung, danach ein EBN-Energieaudit und schließlich ein Transformationskonzept über EEW Modul 5. BAFA-Beratung und EBN werden als De-minimis-Beihilfe gewährt; alle De-minimis-Hilfen eines Unternehmens dürfen in drei Jahren zusammen 300.000 Euro nicht überschreiten. Was die Beratungsleistungen ohne Förderung kosten, zeigt die Seite Nachhaltigkeitsberatung Kosten.

  1. 01

    Fördercheck

    Im kostenlosen Erstgespräch klären wir Rechtsform, KMU-Status, Standort, Thema und bisherige De-minimis-Beihilfen.

  2. 02

    Angebot und Programmwahl

    Sie erhalten ein Angebot, das auf das Programm zugeschnitten ist – etwa mit Tagwerken für die TAB oder dem Konzeptumfang für EEW Modul 5.

  3. 03

    Antrag stellen

    BAFA, EBN und EEW online, INQA über die Beratungsstelle, TAB über das Förderportal mit Qualitätssicherung. Wir bereiten die Unterlagen vor.

  4. 04

    Beratung nach Bewilligung

    Erst nach Bescheid oder Scheck beginnt die Beratung. Fristen für den Abschluss stehen im Bescheid.

  5. 05

    Verwendungsnachweis und Auszahlung

    Sie bezahlen die Rechnung vollständig, reichen Bericht und Zahlungsnachweis ein und erhalten den Zuschuss.

Für kleinere Betriebe, die zum ersten Mal mit Nachhaltigkeit zu tun haben, zeigt die Seite Nachhaltigkeitsberatung KMU einen typischen 90-Tage-Plan, der sich gut über die BAFA- oder Landesförderung finanzieren lässt.

Fördercheck für Ihre Nachhaltigkeitsberatung

Wir prüfen kostenlos, welche Programme für Ihr Vorhaben in Frage kommen, und übernehmen den Antrag. wetando ist beim BAFA registriert, autorisierter INQA-Coach und arbeitet von Leipzig und Berlin aus.

Fördercheck anfragen
Häufige Fragen

Nachhaltigkeitsberatung Förderung: Ihre Fragen

Die Beratung zum Bericht kann gefördert werden, wenn sie unternehmerische Fragen wie Strategie, Kennzahlen und Organisation betrifft. Das reine Schreiben oder Gestalten eines Berichts ohne Beratungsanteil ist dagegen kritisch. In der Praxis fördern wir die Vorbereitung, etwa Wesentlichkeit, Datenaufbau und VSME-Struktur, über das BAFA und rechnen die Umsetzung getrennt ab.

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Nachhaltigkeitsziele sprechen

Kostenloses Erstgespräch – wir analysieren Ihre aktuelle Situation und zeigen Ihnen, welche Schritte jetzt die größte Wirkung haben. Für KMU ist je nach Region eine BAFA-Förderung von 50 oder 80 % möglich.