Weinberg und Kellerei als Sinnbild für Nachhaltigkeitsberatung im Weinbau und in der Lebensmittelproduktion
Weinbau & Lebensmittel

Nachhaltigkeit Weingut & Lebensmittelproduktion aus einer Hand

Nachhaltigkeit im Weingut entscheidet sich heute an der Glasflasche, am Dampfkessel und an der Lieferantenanfrage des Handels. Wir begleiten Weingüter, Kellereien und Lebensmittelhersteller in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin von der ersten CO₂-Bilanz bis zum prüffähigen Bericht. Mit Branchenwissen zu Kellereitechnik, Prozesswärme, Pflanzenschutz und Verpackungsrecht statt Standardfolien.

Anteil der Glasflasche am CO₂-Fußabdruck einer Flasche Wein (DWI, IFEU)
45–48 %
Weinerzeugung Deutschland 2025 (Statistisches Bundesamt)
7,55 Mio. hl
Umsatz der deutschen Ernährungsindustrie 2025 (BVE)
240,8 Mrd. €
Ausgangslage

Was Weinbau & Lebensmittel jetzt unter Druck setzt

Der Handel fragt Produktdaten ab

REWE, EDEKA und Lidl steuern ihre Scope-3-Ziele über die Lieferanten. Wer einen Product Carbon Footprint pro Flasche oder pro Glas nicht liefern kann, gerät im Listungsgespräch ins Hintertreffen – nicht wegen des Preises, sondern wegen fehlender Daten.

Glas, Dampf und Kühlung treiben die Bilanz

Im Weingut dominiert die Flasche, in der Lebensmittelproduktion die Prozesswärme aus Erdgas und die Kältetechnik. Beides lässt sich mit bekannten Maßnahmen senken, aber nur mit belastbaren Zahlen priorisieren.

Verpackungsrecht wird europäisch

Die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) gilt seit dem 12. August 2026 unmittelbar. Konformitätserklärung, Rezyklatquoten, Recyclingfähigkeit und Kennzeichnung treffen jeden, der Lebensmittel oder Wein verpackt.

Biodiversität und Wasser werden geprüft

Pflanzenschutzmittel, Begrünung, Humus, Bewässerung in Trockenjahren: Bio, Demeter oder FAIR'N GREEN verlangen Nachweise, Banken und Verpächter fragen danach. Ohne Datenbasis bleibt es bei Absichtserklärungen.

Nachhaltigkeit im Weingut: Warum der Druck aus drei Richtungen kommt

Ein Weingut mit 15 Hektar oder ein Lebensmittelhersteller mit 80 Beschäftigten fällt nicht unter die CSRD-Berichtspflicht. Nach dem Omnibus-Paket 2026 berichten nur noch Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Mio. € Umsatz verpflichtend. Trotzdem erreichen uns aus beiden Branchen mehr Anfragen als je zuvor. Der Grund ist nicht das Gesetz, sondern der Markt: Der Lebensmitteleinzelhandel, die Gastronomie-Großhändler und zunehmend auch die Banken fragen nach Daten, die ein Betrieb ohne Vorbereitung nicht hat.

Die REWE Group hat Anfang 2024 angekündigt, mit allen strategischen Eigenmarken-Lieferanten von REWE und PENNY, die für rund 75 % der produktbezogenen Emissionen stehen, Klimaziele im Einklang mit der Science Based Targets Initiative zu vereinbaren. Lidl gibt an, dass mehr als 99 % der eigenen Emissionen in der Lieferkette entstehen, und schult Lieferanten über ein eigenes Portal in Treibhausgasbilanzierung. EDEKA-Regionalgesellschaften fragen in Lieferantenbewertungen nach Energie-, Verpackungs- und Herkunftsdaten. Die Konsequenz für Erzeuger: Ohne Product Carbon Footprint nach ISO 14067 und ohne nachvollziehbare Energiedaten wird das Listungsgespräch schwieriger.

Die zweite Richtung ist das Produktrecht. Die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) gilt seit dem 12. August 2026 unmittelbar in allen Mitgliedstaaten; das deutsche Verpackungsgesetz wird über ein nationales Durchführungsgesetz daran angepasst. Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) greift nach der letzten Verschiebung ab dem 30. Dezember 2026 für mittlere und große Unternehmen und ab dem 30. Juni 2027 für Klein- und Kleinstunternehmen, sobald Kakao, Kaffee, Soja, Palmöl, Rind, Kautschuk oder Holz als Rohstoff im Spiel sind. Die dritte Richtung sind Label und Zertifizierungen: Bio, Demeter, FAIR'N GREEN, IFS mit dem ESG Compliance Check, QS und DLG verlangen zunehmend quantitative Nachweise statt Selbstauskünften.

Weinbau und Lebensmittelproduktion in Mitteldeutschland: Marktlage

Deutschland hat 2025 laut Statistischem Bundesamt 7,55 Mio. Hektoliter Wein und Most erzeugt, 2,6 % weniger als im Vorjahr und rund 10 % unter dem Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2024. Die Zahl der Weinbaubetriebe sinkt seit Jahren, die durchschnittliche Betriebsgröße steigt: Bei der letzten Vollerhebung 2020 zählte das Statistische Bundesamt 15.151 Betriebe mit knapp 100.000 Hektar, im Mittel 6,6 Hektar je Betrieb. Die Anbaugebiete Saale-Unstrut (rund 870 Hektar, überwiegend Sachsen-Anhalt) und Sachsen (523 Hektar Ertragsrebfläche 2025, 1.224 Winzer, davon 37 im Haupterwerb, laut LfULG) sind klein, aber überdurchschnittlich von Steillagen, Nebenerwerb und Genossenschaftsstrukturen geprägt. Am Bodensee kommt die Mehrwegdiskussion hinzu, die in Baden-Württemberg am weitesten fortgeschritten ist.

Die Ernährungsindustrie ist mit 240,8 Mrd. € Umsatz 2025, rund 6.000 Unternehmen und knapp 674.000 Beschäftigten laut Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) einer der größten Industriezweige Deutschlands, aber preisbereinigt ohne Wachstum. Die Betriebe sind überwiegend mittelständisch, viele mit Anlagen aus mehreren Jahrzehnten: Dampfkessel, Autoklaven, Kocher, Kühlhäuser. Hier liegt der Hebel nicht in der Verpackung, sondern in der Prozesswärme.

Unser Ansatz: Flasche, Kessel, Rebfläche

Wir beginnen mit der Frage, wo im konkreten Betrieb die Emissionen und Kosten tatsächlich entstehen. Im Weingut ist das in der Regel die Glasflasche: Nach Angaben des Deutschen Weininstituts verursacht sie rund 45 % des CO₂-Fußabdrucks einer Flasche Wein, eine IFEU-Studie für Rheinhessen (2012) kam auf etwa 48 % für Einwegglas. Danach folgen Kellerei und Kühlung, Weinbergsarbeit mit Diesel und Pflanzenschutz, Düngung mit Lachgas aus dem Boden sowie Transport. In der Lebensmittelproduktion drehen sich die Gewichte: Prozessdampf aus Erdgas oder Heizöl, Kältetechnik, Druckluft und eingekaufte Rohstoffe stehen vorn, die Verpackung folgt.

  1. 01

    Weingut- oder Werks-Check

    Kostenloses Erstgespräch, Sichtung von Energie-, Einkaufs- und Produktionsdaten, Einordnung der Handels- und Rechtsanforderungen. Ergebnis: Prioritätenliste mit Aufwand und Förderoptionen.

  2. 02

    CO₂-Bilanz und Product Carbon Footprint

    Unternehmensbilanz nach GHG Protocol oder ISO 14064-1, bei Bedarf PCF pro Flasche oder pro Produkt nach ISO 14067 mit Emissionsfaktoren aus UBA, GEMIS und ecoinvent. Format passend zu den Lieferantenportalen des Handels.

  3. 03

    Maßnahmen und Förderung

    Leichtglas, Mehrweg, Kälteoptimierung, Dampfkessel-Ersatz oder Wärmepumpe, PV, Begrünung: Wirtschaftlichkeit als Spanne, Förderpfad über EEW, BAFA, AFP oder Landesprogramme.

  4. 04

    Bericht und Kommunikation

    DNK-Erklärung, VSME-Bericht oder Nachhaltigkeitskapitel für Handel und Bank. Als DNK-Lotse begleiten wir die Veröffentlichung in der DNK-Datenbank.

BAFA-Förderung für die Beratung

Über das BAFA-Programm „Förderung von Unternehmensberatungen für KMU“ werden in den ostdeutschen Ländern (ohne Berlin und Region Leipzig) 80 %, sonst 50 % von höchstens 3.500 € Beratungskosten bezuschusst; Anträge sind bis 31. Dezember 2026 möglich. Dr. Martin Schunk ist beim BAFA registrierter Berater. Die landwirtschaftliche Primärerzeugung ist ausgeschlossen; für Weingüter prüfen wir deshalb die Zuordnung zum gewerblichen Teil und die Beratungsförderung der Länder.

Wir arbeiten von Leipzig und Berlin aus und kennen die drei für diese Branche relevanten Weinregionen Mitteldeutschlands und Südbadens ebenso wie die Verarbeiter dazwischen. Als öffentliche Referenz dürfen wir das Landesweingut Kloster Pforta an der Saale nennen. Weitere Projekte, etwa eine Konservenfabrik mit dampfbasierter Prozesswärme, beschreiben wir anonymisiert auf der Praxisbeispiel-Seite.

Weingut-Check oder Werks-Check anfragen

Kostenloses Erstgespräch für Weingüter, Kellereien und Lebensmittelhersteller. Wir sagen Ihnen in 30 Minuten, welche Daten der Handel von Ihnen erwartet und welche Förderung passt.

Weingut-Check anfragen
Häufige Fragen

Nachhaltigkeit für Weinbau & Lebensmittel: Ihre Fragen

Gesetzlich nein, solange das Weingut nicht die CSRD-Schwellen von mehr als 1.000 Beschäftigten und 450 Mio. € Umsatz überschreitet. Faktisch verlangen Handel, Genossenschaften und Banken aber Daten zu Energie, CO₂ und Verpackung. Ein freiwilliger Bericht nach DNK oder VSME beantwortet diese Anfragen einmal strukturiert statt jedes Mal neu.

Bereit für den nächsten Schritt?

Lassen Sie uns über Ihre
Nachhaltigkeitsziele sprechen

Kostenloses Erstgespräch – wir analysieren Ihre aktuelle Situation und zeigen Ihnen, welche Schritte jetzt die größte Wirkung haben. Für KMU ist je nach Region eine BAFA-Förderung von 50 oder 80 % möglich.