wetando World für Wohnungswirtschaft
Hofflächen, Mietergärten und Nachbarschaften bieten Raum für Biodiversität und Begegnung. wetando World macht Abstandsgrün zum Weltpark mit Länderinseln der Mieterschaft und bringt Länderwochen mit Weltmarkt ins Quartier – mit Kennzahlen für ESRS E4 und S1.
wetando World ansehenESG in der Wohnungswirtschaft: Warum der Druck nicht aus Brüssel kommt
Die wenigsten Wohnungsunternehmen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen oder Brandenburg sind nach der CSRD berichtspflichtig. Seit der Omnibus-Richtlinie (EU) 2026/470, in Kraft seit 18. März 2026, greift die Pflicht erst oberhalb von 1.000 Beschäftigten und 450 Mio. € Umsatz. Eine kommunale Wohnungsgesellschaft mit 8.000 Wohneinheiten und 120 Beschäftigten liegt weit darunter. Trotzdem erreichen uns aus genau diesen Unternehmen die meisten Anfragen – weil der Druck von drei anderen Seiten kommt.
- Finanzierer: Banken und Förderbanken müssen ESG-Risiken im Kreditportfolio bewerten und fragen Energieeffizienzklassen, CO₂-Emissionen je m² und Sanierungsplanung gebäudescharf ab.
- Prüfung: Der GdW-Standard zu ESG-Mindestanforderungen und die Prüfung der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung (§ 53 HGrG bei kommunaler Mehrheit, § 53 GenG bei Genossenschaften) bringen Klimapfad und CO₂-Risiken in den Lagebericht.
- Gesellschafter und Politik: Klimaschutzbeschlüsse der Kommune, Sozialquoten in Förderverträgen und Erwartungen der Vertreterversammlung bei Genossenschaften verlangen belegbare Zahlen statt Absichtserklärungen.
Hinzu kommt die operative Seite: Das CO2KostAufG verschiebt seit 2023 einen Teil der CO₂-Kosten auf den Vermieter, der nationale Emissionshandel hat 2026 einen Preiskorridor von 55 bis 65 €/t CO₂ erreicht und geht 2028 in den europäischen ETS 2 über. Jede Tonne CO₂ im Bestand ist damit eine kalkulierbare Kostenposition – und jede Sanierung eine Entscheidung mit Zahlen auf beiden Seiten.
Regulatorik im Überblick: Was für Wohnungsunternehmen 2026/2027 gilt
| Regelwerk | Wen es trifft | Was es praktisch bedeutet |
|---|---|---|
| CSRD / ESRS (nach Omnibus) | > 1.000 Beschäftigte und > 450 Mio. € Umsatz | Nur wenige große Wohnungskonzerne; bereits berichtende Unternehmen der ersten Welle berichten weiter, neu erfasste erstmals für das Geschäftsjahr 2027 |
| VSME / Voluntary Standard | Alle anderen, freiwillig | Seit 24.09.2026 als Delegierte Verordnung (EU) 2026/1560 in Kraft; begrenzt ab Geschäftsjahren ab 2027 CSRD-bezogene Datenanfragen an Unternehmen bis 1.000 Beschäftigte |
| GdW-Standard ESG-Mindestanforderungen | GdW-Mitgliedsunternehmen mit Lagebericht | 12 Angaben, u. a. Effizienzklassen, Energiemix, Scope 1/2, Klimapfad, CO₂-Preisrisiko |
| EU-Taxonomie (Del. VO 2021/2139) | Mittelbar über Banken, Green Bonds, Förderbanken | Kriterien 7.1 Neubau (Primärenergiebedarf mind. 10 % unter Niedrigstenergiegebäude), 7.2 Sanierung (mind. 30 % weniger Primärenergie oder größere Renovierung), 7.7 Erwerb (Bestand vor 2021: Klasse A oder Top 15 %); DNSH mit Klimarisikoanalyse |
| GModG (ehem. GEG) und EPBD | Alle Eigentümer | 65-Prozent-Regel seit 29.07.2026 entfallen, Bio-Treppe für neu eingebaute fossile Heizungen ab 2029, weitere Stufen ab 2027; Nullemissions-Neubau ab 2030 |
| CO2KostAufG | Alle Vermieter von Wohnraum mit fossiler Wärme (Zentralheizung, Fernwärme; bei Etagenheizungen über Erstattungsanspruch der Mieter) | Stufenmodell, Vermieteranteil 0–95 % je nach kg CO₂/m²; Ausweis in der Heizkostenabrechnung; bei ab 29.07.2026 eingebauten fossilen Heizungen ab 2028 hälftige Teilung |
Der Gesetzgeber hat 2026 viel bewegt: Das Gebäudeenergiegesetz heißt seit 29. Juli 2026 Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Die 65-Prozent-Regel für neue Heizungen ist gestrichen und für neu eingebaute Gas- und Ölheizungen durch eine schrittweise steigende Pflichtquote klimafreundlicher Brennstoffe ersetzt. Gleichzeitig verlangt die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD 2024/1275), dass der durchschnittliche Primärenergiebedarf des Wohngebäudebestands bis 2030 um 16 % und bis 2035 um 20 bis 22 % sinkt – mit mindestens 55 % der Einsparung aus den 43 % schlechtesten Gebäuden. Für Bestandshalter mit vielen Gebäuden der Klassen E bis H heißt das: Der Sanierungsdruck wird über den nationalen Gebäuderenovierungsplan und Förderkulissen weitergegeben, auch ohne Einzelsanierungspflicht.
Unser Ansatz: Bestandsdaten statt Berichtsprosa
Wohnungsunternehmen haben einen Vorteil gegenüber fast jeder anderen Branche: Die Daten liegen vor. Heizkostenabrechnungen, Energieausweise, Instandhaltungsplanung und Mieterdaten aus dem ERP-System reichen in den meisten Fällen aus, um eine gebäudescharfe CO₂-Bilanz zu erstellen. Unsere Arbeit besteht darin, diese Daten zu einem Bild zusammenzusetzen, das Bank, Prüfungsverband, Aufsichtsrat und Mieterschaft gleichermaßen verstehen.
- 01
Betroffenheits- und Anforderungscheck
Wir klären in zwei bis drei Wochen, welche Pflichten und Erwartungen konkret gelten: CSRD-Schwellen, Gesellschaftervorgaben, Anforderungen der Hausbanken, GdW-Standard und Förderbedingungen.
- 02
CO₂-Baseline und Klimapfad
Bilanz nach GHG Protocol und GdW-Arbeitshilfe 85 je Gebäude, Abgleich mit CRREM-Pfaden, Quantifizierung des Vermieteranteils nach CO2KostAufG und der Taxonomiefähigkeit geplanter Sanierungen.
- 03
Wesentlichkeit, Maßnahmen, Finanzierung
Doppelte Wesentlichkeit mit den Branchenthemen Energie, bezahlbares Wohnen, Mieterbeteiligung und Klimarisiken; Maßnahmenkatalog mit BEG-, KfW- und Landesförderung.
- 04
Bericht und Verankerung
Nachhaltigkeitsbericht nach VSME mit GdW-Branchenergänzung oder DNK, Zuarbeit für Lagebericht und Bankfragebögen, Kennzahlen-Set für die jährliche Fortschreibung.
Dr. Martin Schunk ist DNK-Lotse, INQA-Coach und beim BAFA registrierter Berater. wetando arbeitet seit über 15 Jahren mit Unternehmen in Mitteldeutschland, darunter Wohnungsunternehmen, Projektentwickler und kommunale Beteiligungen. Wir kennen die Vertreterversammlung ebenso wie den Beteiligungsausschuss – und wissen, dass eine Sanierungsentscheidung in der Wohnungswirtschaft immer eine Mietentscheidung ist.
Förderung der Beratung
Genossenschaften und private Wohnungsunternehmen, die als KMU gelten, können über das BAFA-Programm „Förderung von Unternehmensberatungen für KMU“ einen Zuschuss erhalten: bis zu 80 % (Region Leipzig und Berlin: 50 %) auf förderfähige Beratungskosten von höchstens 3.500 € je Beratung. Kommunale Gesellschaften mit 25 % oder mehr öffentlicher Beteiligung fallen aus der KMU-Definition heraus; hier prüfen wir Landesprogramme und die Einbindung in Klimaschutz- oder Quartierskonzepte.
ESG-Check für Ihr Wohnungsunternehmen
In einem kostenlosen Erstgespräch klären wir, welche Anforderungen Ihre Bank, Ihr Prüfungsverband und Ihre Gesellschafter tatsächlich stellen – und was davon mit vorhandenen Daten bereits beantwortbar ist.
ESG-Check Wohnungsunternehmen anfragen